R06: Gefahren aus dem Ozean



Wie können wir mit den Gefahren aus dem Ozean umgehen und uns auf den Wandel an den Küsten vorbereiten?

Im Forschungsfeld „Gefahren aus dem Ozean“ untersuchen Wissenschaftler aus den Geowissenschaften, den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Küsten-Ingenieure gemeinsam die Risiken aus dem Ozean mit ihren Auswirkungen auf die Küsten und die daraus resultierenden sozio-ökonomischen Konsequenzen.

 

Die Untersuchungen konzentrieren sich auf große Ereignisse, wie beispielsweise Erdbeben an Plattengrenzen und damit verbundene Tsunamis, ein plötzlicher Meeresspiegelanstieg, Flutereignisse oder Stürme. Das interdisziplinäre Wissenschaftlerteam untersucht dabei die Auswirkungen auf die Küstenzone und entwickelt – nach Analyse vergangener, aktueller und zukünftiger Ereignisse - mögliche Anpassungsstrategien in Bezug auf Naturgefahren an den Küsten.

Erfahrungen in jüngster Vergangenheit haben gezeigt, dass die Auswirkungen von ozeanischen Gefahren, wie Erdbeben an Plattengrenzen, Vulkanausbrüchen oder Hangrutschungen an den Küsten und die durch sie ausgelösten Tsunamis, völlig neue Dimensionen erreichen und die mit klassischen Risikoanalysen angenommenen Schadensausmaße deutlich überschritten werden. Diese neue Kategorie von Bedrohungen (z.B. das Sendai-Ereignis 2011 in Japan) ist oft die Folge einer Kette sich verstärkender Katastrophen und kann unmittelbare Auswirkungen auf die eng verwobene globale Gesellschaft und Weltwirtschaft haben. Die Ereignisse bedrohen Küstenregionen mit großer Bevölkerungsdichte und sensiblen Industrieanlagen, die bereits heute mit den Folgen des globalen Wandels konfrontiert sind. Zu diesen Folgen zählen der Meeresspiegelanstieg, der schnelle Küstenrückgang, Delta-Absenkungen, Sedimentsenken im Oberlauf der Flüsse und starke Stürme. Die integrierte multidisziplinäre Forschung umfasst die Küstenzone, den Schelf und den Kontinentalhang, mit dem Ziel, die gesamte Wirkkette von physikalischen Statusänderungen am Meeresboden bis hin zu den Konsequenzen an den Küsten zu untersuchen.

Zentrale Themen sind:

  • Untersuchung des Meeresbodens im Hinblick auf seismische Ladung in ausgewählten Erdbeben-Entstehungsregionen und auf Hangstabilität in rutschungsgefährdeten Arealen.
  • Erforschung der Veränderungen in Deltas, die durch langsame Prozesse, wie Sedimentverlagerungen oder Grundwasserentnahmen, und kurzfristige Extremereignisse, wie Tsunamis, entstehen, um den Gefahren besser begegnen zu können.
  • Entwicklung einer Beurteilungsmethode für die Küstengefahren, die mehrere Gefahren einbezieht, um langfristige Politik- und Managemententscheidungen zu unterstützen.




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