26. August 2013 Es werde Licht



Die ersten Minuten einer Symbiose aufgedeckt

Studien mit einem kleinen Tintenfisch, der im Dunkeln leuchtet, haben komplexe Zusammenhänge über die Symbiose mit Bakterien aufgedeckt.

 

In Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe von Margaret McFall-Ngai in den USA konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Campus Kiel (UKSH), jetzt die Mechanismen aufdecken, die sich abspielen, wenn neugeborene Tintenfische zum Schutz vor Räubern in den Dialog mit leuchtenden, symbiontischen Bakterien treten. Die Ergebnisse dieser Studie wurden in der aktuellen Printausgabe von Cell Host & Microbe veröffentlicht.

Eine Symbiose ist das Zusammenleben von artverschiedenen Organismen, die davon einen gegenseitigen Nutzen haben. Der vor Hawaii lebende Zwergtintenfisch Euprymna scolopes vergräbt sich tagsüber zur Tarnung unter dem Meeresgrund. Doch nachts bei der Futtersuche würde er sich als Schatten gegen die helle Meeresoberfläche abheben. Zum Schutz vor Feinden geht er deshalb mit dem marinen Bakterien Vibrio fischeri eine Symbiose ein. Er tarnt sich mit einem Lichtorgan, in dem diese Bakterien siedeln und leuchten.

Die Tintenfische werden steril geboren, kommen aber im Wasser bereits innerhalb der ersten Stunden mit Tausenden Arten von Bakterien in Kontakt. Daraus muss die eine Bakterienart angelockt werden, die den Tieren nutzt. Es ist bereits bekannt, dass weniger als fünf „richtige“ Bakterien ausreichen, um das entscheidende Signal für die Symbiose zu geben. „Ähnlich verhält es sich auch beim Menschen direkt nach der Geburt. Wir treffen auf zahlreiche verschiedene Arten von Bakterien. Daraus sucht unser Immunsystem aktiv Arten heraus, mit denen wir eine stabile und zum Teil lebenslange Gemeinschaft eingehen“, beschreibt Professor Philip Rosenstiel vom Institut für Klinische Molekularbiologie der CAU das zugrunde liegende Prinzip. Wie genau die Kommunikation von Wirt und Mikrobe abläuft, war bisher noch nicht bekannt.

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