14. Februar 2022 Silja Klepp neue Co-Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls für integrierte Meereswissenschaften

Humangeographin Professorin Silja Klepp (CAU) teilt sich seit Januar 2022 den UNESCO-Lehrstuhl für Integrierte Meereswissenschaften im Tandemformat mit Professor Arne Körtzinger (GEOMAR/CAU). Sie forscht zu den sozialen und politischen Folgen von Klimawandel und Umweltveränderungen.

Forschende wollen Wissensaustausch und Ausbildung aus sozial- und naturwissenschaftlicher Perspektive auf den Kapverden stärken

Die Humangeographin Silja Klepp, Professorin an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Mitglied im CAU-Forschungsschwerpunkt Kiel Marine Science (KMS), ist neue Co-Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls für Integrierte Meereswissenschaften. Das gab die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) Anfang dieses Jahres bekannt. Silja Klepp folgt damit auf Dr. Jörn Schmidt, der zum International Council for the Exploration of the Sea (ICES) nach Kopenhagen wechselte, und teilt sich diesen gemeinsam mit Arne Körtzinger, CAU-Professor und Meereschemiker am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, bis 2025. Das Tandemformat ist im Rahmen der UNESCO-Lehrstühle in Deutschland einzigartig.

 

„Mein Anliegen ist es, die Perspektive der Sozialwissenschaften und den Aspekt der Umweltgerechtigkeit in diesen interdisziplinären Chair einzubringen", betont Silja Klepp. Räumlich bleibt das Wirkungsfeld der beiden Forschenden auf den Kapverden, wo das GEOMAR mit dem Ocean Science Centre Mindelo (OSCM) auf der Insel São Vicente eine internationale Forschungsstation betreibt. Ein wesentlicher Eckpfeiler des UNESCO-Lehrstuhls ist die Ausbildung von Studierenden aus der Region Westafrika, die traditionell auch mit Forschenden der Universität Kiel umgesetzt wird, sowie der Ausbau der internationalen Forschungskooperation. „Ich freue mich darauf, mit Studierenden sowie Forschenden kulturelle, soziale und politische Perspektiven auf dortige Umweltkonflikte zu erarbeiten und zu diskutieren", unterstreicht die Humangeographin, „und dabei Fragen der postkolonialen Bildungspartnerschaft ins Zentrum zu rücken". Erste konkrete Maßnahmen sind nun eine gemeinsame Reise mit Arne Körtzinger auf die Kapverden zum Kennenlernen der dortigen Akteure, der Planung und Ausrichtung einer internationalen Sommerschule sowie der Ausweitung der universitären Lehre im BMBF-geförderten Programm WASCAL (West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use).

An der Kieler Uni gibt es seit 1997 einen UNESCO-Lehrstuhl in den Meereswissenschaften. Insgesamt 14 vergibt die internationale Organisation nach Deutschland mit dem Ziel, internationale Beziehungen sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in sogenannten Schwellen- und Entwicklungsländern zu stärken. Ein ausführlicherer Artikel über den UNESCO-Lehrstuhl wird im April in der unizeit erscheinen.