11. Juni 2017 Positive Bilanz der Ocean Conference in New York



Forscherinnen und -Forscher von GEOMAR und Uni Kiel im Austausch mit Politik, Wirtschaft und NGOs

Mehr als 5000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 150 Nationen berieten in der vergangenen Woche in New York während der ersten internationalen Ocean Conference im Gebäude der Vereinten Nationen über Bedrohungen für die Meere und wie ihnen durch einen nachhaltigen Umgang der Menschen mit dem Ozean entgegengewirkt werden kann.

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung der Meere gehört als Ziel #14 zu den insgesamt 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen im Rahmen der Agenda 2030. Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel waren in New York und haben dort aktuelle Forschungsergebnisse und zukünftige Beiträge aus der Wissenschaft für einen nachhaltigen Umgang mit den Weltmeeren vorgestellt und diskutiert.

 

Versauerung wird als ernsthafte Bedrohung für das System Ozean erkannt
So hatte das am GEOMAR koordinierte deutsche Verbundprojekt zur Erforschung der Ozeanversauerung, BIOACID, zusammen mit internationalen Partnern wie dem Plymouth Marine Laboratory (PML), dem Global Ocean Acidification Observing Network (GOA-ON), dem Ocean Acidification International Coordination Centre (OA-ICC), dem Partnership for Observation of the Global Oceans (POGO) und dem UK Ocean Acidification Research Programme (UKOA) einen umfangreichen Infostand auf der Konferenz. Martina Stiasny vom GEOMAR nutzte die Gelegenheit, das Thema Ozeanversauerung in direktem Austausch mit Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft, NGOs und Forschungseinrichtungen, zu präsentieren. „Andere Themen wie Meeresspiegelanstieg oder Erwärmung sind nach wie vor bekannter, aber wir haben in vielen Gesprächen gemerkt, dass auch die Versauerung als ernsthafte Bedrohung für das System Ozean erkannt wird", sagt Stiasny.

Der Infostand zeigte auf, inwiefern Versauerung, Temperaturanstieg, Meeresspiegelanstieg und Sauerstoffmangel den Ozean gefährden, welche Konsequenzen dies für die Gesellschaft haben kann und wie Wirtschaft und Politik zu einer nachhaltigeren Entwicklung beitragen können.

Sauerstoffverlust ist eine weitere gravierende Veränderung im Ozean
Ein weiterer Aspekt bei den aktuell messbaren Veränderungen im Ozean ist der Verlust von Sauerstoff. Zu diesem Themenbereich hatte das Global Ocean Oxygen Network (GO2NE) unter führender Beteiligung des Kieler Sonderforschungsbereichs 754 „Klima – Biogeochemische Wechselwirkungen im tropischen Ozean" eine sehr gut besuchte Informationsveranstaltung organisiert. Zu den Vortragenden gehörte dabei auch der Sprecher des SFB754, Prof. Dr. Andreas Oschlies vom GEOMAR. „Das Thema stieß auf großes Interesse. Das zeigte die spannende Diskussion nach den Vorträgen", berichtet Professor Oschlies, „nicht nur Vertreter staatlicher Stellen und internationaler Organisationen, sondern auch lokale Akteure und Unternehmer beteiligten sich daran."